Im Irtenberger Wald zeigt der Klimawandel schon jetzt seine ganze Macht und Wirkung. Sehen Sie selbst wie alte Buchen unter den Auswirkungen leiden, sich aber auch Neues entwickelt. Es finden sich Anblicke die zu tiefst beunruhigen, aber auch Zeichen der Hoffung für die Zukunft des Waldes.

Unsere Route beginnt an der Wegekreuzung mitten im Wald umgeben von großen Laubbäumen. Ein Baum sticht hier besonders markant hervor...
Der wahrscheinlich größte und prächtigste Baum im Irtenberger Wald ist eine Esche. Schon die Germanen verehrten Eschen in ihrer Mythologie als Weltenbaum, der mit seinen Wurzeln und dem hochgewachsenen Stamm die Welten der Götter und Menschen miteinander verbindet. Schätzen Sie doch mal wie hoch diese Esche hier ist.
Den Durchmesser können Sie grob messen. Umfassen Sie dazu den Baumstamm mit ausgestreckten Armen, entweder alleine auf Etappen oder zu mehreren gleichzeitig. Ihre Armspannweite von Fingerspitze zu Fingerspitze entspricht in etwa der Körpergröße. Zählen Sie die Spannweiten in cm zusammen und teilen diese durch Pi (3,14) . Damit haben Sie den Durchmesser des Baumstammes ermittelt.
Auf welches Ergebnis kommen Sie?
Mit der Baumhöhe und dem Durchmesser können Sie auch das Volumen berechnen. Aber das haben wir schon für Sie übernommen.
Hier die Lösung:
Eine der größten Eschen im Irtenberger Wald hat eine Höhe von 43 Meter, einen Durchmesser von 1,23 Meter und ein Stammtvolumen von 13 Kubikmetern
Die Esche
Eine der größten Eschen im Irtenberger Wald hat eine Höhe von 43 Meter, einen Durchmesser von 1,23 Meter und ein Stammtvolumen von 13 Kubikmetern
Die wichtigsten Erkennungsmerkmale
Das Wuchsverhalten
Die Esche gehört zu den Lichtbaumarten. Demnach kann sie sich auf dem dunklen, von anderen Bäumen beschatteten Waldboden kaum verjüngen. Sie braucht größere Lücken im Wald, in die viel Licht einfällt, um zu einem großen Baum heranwachsen zu können. Zudem benötigt sie nährstoffreiche Böden und eine gute Wasserversorgung. Die Esche gehört zu den typischen Vertretern des Auwaldes, ist aber auch auf Kalkstandorten im Landeswald wuchskräftig.
Passen alle Umweltbedingungen, kann der Baum eine Höhe von über 40 m und ein Alter von 250 Jahren erreichen.
Die Forsthütte dient heute als Treffpunkt für Gesellschaftsjagden oder als Ausgangspunkt von Waldführungen.
Aus dieser Eiche wird kein hochwertiger Dielenboden fürs Wohnzimmer oder ein Esstisch für die Familie, auch wenn sich der Stamm dafür gut eignen würde. Die Eiche steht im Naturwald und bleibt dem Wald als ein Zuhause und Nahrungsquelle für viele verschiedene Pilz- und Tierarten erhalten. Eichen sind besonders langlebig mit einem nur sehr langsam verwitternden Holz und bieten deshalb lange Zeit ein sicheres Eigenheim. Spechte bauen zahlreiche Höhlen, aber bewohnen diese oftmals nur eine kurze Zeit. Hohltauben, Fledermäuse oder Baummarder ziehen gerne in deren alte Höhlen. Ohne den „sozialen Wohnungsbau“ der Spechte hätten viele weitere Arten keine Brutmöglichkeit. Spechte sind wichtige Schlüsselarten im Zusammenspiel des Ökosystems.

1. Fledermaus
2. Baummarder
Auflösung
- Buche
- Lärche
- Berg-Ahorn
- Kirsche
- Pappel
- Eiche
- Feld-Ahorn
- Esche
- Elsbeere
- Linde
Die Vogel-Kirsche ist die wilde Ursprungsform der unterschiedlichen Zuchtformen, wie wir sie aus dem Garten kennen. Im Frühjahr erkennt man sie gut an Ihren schneeweißen Blüten, noch bevor das Laub austreibt.
Schon gewusst?
Kirschbäume unterhalten hauseigene Polizeitrupps zum Schutz vor gefräßigen Raupen. Am Blattgrund wird in Drüsen süßer Nektar produziert der Ameisen anlockt. Auf dem Weg an den Zweigen entlang sammeln die Ameisen alle Insekten ein, welche dem Baum gefährlich werden könnten.
Die wichtigsten Erscheinungsmerkmale
Das Wuchsverhalten
Bei der Vogel-Kirsche handelt es sich um die Wildform unserer Süß-Kirsche, die wir aus dem Garten kennen. Die Kirsche bevorzugt nährstoffreiche Böden in einem warmen Klima, in dem es auch mal etwas trockener werden kann. Wir finden sie daher oft in sonnigen Lagen, an Waldrändern oder Hecken. Sie gehört zu den Lichtbaumarten mit einem raschen Höhenwachstum in jungen Jahren und einem langsameren Massenwachstum im Alter. Alte, dicke Kirschen sind selten zu finden, da oft schon mit einem Alter von 80 Jahren der Stamm im Kern beginnt zu faulen und sie infolgedessen schnell zusammenbrechen.
Die Ökologie
Blüten und Nektar produzierende Drüsen an den Blättern (=Nektarien) bieten besonders Insekten ein reiches Nahrungsangebot. Über die süßen Früchte freuen sich viele Waldbesucher - vom Vogel bis zum Menschen. In den ausgefaulten Stämmen siedeln auch oft Wespen, Hornissen oder gar ein entflohener Schwarm Honigbienen.
Holzverwendung
Wie sieht es aus?
Ein weißlich-gelber Splint und ein gelbrötlich-rotbrauner Kern.
Was kann das Holz?
Sehr formstabil, mit einer guten Elastizität.
Wofür ist es geeignet?
Innenausbau, Türen, Treppen und hochwertige Möbel.
Dieser Charakterbaum am Wegesrand, bucklig und astig, lässt sich weder zu Brettern noch zu vernünftigem Brennholz verarbeiten. Also weg damit?! Nein! Was auf den ersten Blick holzwirtschaftlich nutzlos erscheinen mag, ist für viele Insekten ein Paradies. Bienen sammeln im Frühjahr die ersten Pollen, Raupen verstecken sich in der groben Rinde vor gefräßigen Vogelschnäbeln und Schillerfalter feiern Hochzeit hoch oben in der Krone. Deshalb ließ der Förster diese und viele weitere Bäume stehen. Wir erfreuen uns an ihrer wilden Form und den Schmetterlingen, die sie im Sommer umschwärmen.

Die wichtigsten Erkennungsmerkmale
Das Wuchsverhalten
Der Feld-Ahorn (Acer campestre) ist eine Lichtbaumart. An schattigen, dunklen Stellen ist er kaum zu finden. Er benötigt weniger Wasser als der Berg-Ahorn, aber ebenfalls einen lockeren Boden. Häufig kommt er an Wald- oder Feldrändern vor.
Oft hat es den Anschein, als sei der Feld-Ahorn mehr ein Strauch als ein Baum, wenn die vielen kleinen Stämmchen heckenähnlich aus dem Boden treiben. Er kann jedoch bis zu 20 m hoch werden und einen stattlichen Stamm mit runder Krone ausbilden.
Die Ökologie
Wie der Bergahorn spendet der Feldahorn in der Blütezeit Insekten reichlich Nektar. Im weiteren Jahresverlauf dienen seine Samen zahlreichen Vögeln und Säugetieren wie Eichhörnchen als Nahrung. Seine besondere ökologische Bedeutung findet sich in seiner Eigenschaft als Baum in Hecken und Waldrändern. Er bietet Vögeln Schutz und Platz zum Nisten als wichtiges Bindeglied zwischen Sträuchern und großen Waldbäumen.
Die Holzeigenschaften
Wie siehts aus?
gelblich, ohne farbigen Kern
Was kanns?
Das Holz ist sehr hart und doch gleichzeitig elastisch; alte Stämme weisen oft eine besondere Maserung auf.
Wofür ist es geeignet?
Möbel, Axtstiele, Musikinstrumente
Der Baumstamm wurde 2022 gefällt und hier abgelegt als Sitzgelegenheit für eine kleine Pause. Viel wichtiger noch ist aber seine Funktion für das Ökosystem Wald. Während sich das Holz langsam zersetzt, profitieren nicht nur Waldbesucher, sondern auch die verschiedensten Organsimen. An den Stirnseiten beginnen erste Pilze das Holz zu besiedeln, erkennbar an der dunklen Verfärbung. In den weiteren Jahren ziehen auch Käfer unter der Rinde und in das Holz ein. Spechte wiederum bearbeiten das Holz um an schmackhafte Käferlarven zu kommen. 2022 ist der Stamm noch ganz frisch, aber über die Jahre verändert sich der Stamm...
Totholz voller Leben!
Totes und zerfallendes Holz ist eine wichtige Lebensgrundlage für unzählige Tiere, Pflanzen und Pilze. Es bietet jedoch nicht nur Lebensraum für zahlreiche Waldbewohner, sondern hilft auch, eine der wichtigsten Lebensgrundlagen für den Menschen – das Wasser – dauerhaft bereitzustellen. Morsches Holz nimmt bei Regen Wasser auf wie ein Schwamm, um es in Trockenzeiten langsam wieder an seine Umgebung abzugeben. Von Krankheit, Überschwemmung oder Sturm betroffene Bäume verbleiben grundsätzlich als Totholz oder Biotopbäume im Naturwald. In den übrigen naturnahen und nachhaltig bewirtschafteten Wäldern der Bayerischen Staatsforsten werden Biotopbäume ebenfalls belassen.
Lebensraum Totholz
Totholzmanagement im Staatswald
Im Naturwald verbleibt jeder Stamm, Ast oder Zweig im Bestand, selbst gefährliche Bäume, die zur Sicherheit von Spaziergängern gefällt werden müssen, verbleiben als liegende Stämme am Wegesrand.
In bewirtschafteten Wäldern sollen, je nach Alter und Bestand, 20-40 m³ Totholz pro Hektar angereichert werden. Sie erreichen damit nicht die Spitzenwerte von Urwäldern, aber auch der Forst ist damit strukturreich und ökologisch wertvoll –mit einer Plantage nicht zu vergleichen.
Der Klimawandel bedroht die Wälder in Bayern. Dies wurde im „Trockensommer 2018“ besonders deutlich. Hitze und Trockenheit schaden dem Wald und insbesondere der flachwurzelnden Fichte, wirken sich andererseits jedoch positiv auf die Entwicklung des Borkenkäfers aus. Je wärmer und trockener ein Sommer ist, desto massiver vermehrt sich der Borkenkäfer, befällt mehr Fichten und bringt sie zum Absterben. Die Folgen sind hier zu sehen!
Der Buchdrucker - druckt der etwa Bücher?
Die Fichte als Leibspeise

Ute Ohlms
Keine Angst, an dieser Station wollen wir aus Ihnen keinen Bodenkundler oder Geologen machen. Vielmehr ist es uns ein Anliegen, Ihnen die Bedeutung eines intakten Waldbodens näher zu erläutern.
Der Waldboden hat vielfältige Aufgaben und Nutzen, auch für uns Menschen: Er saugt den Regen wie ein Schwamm auf und lässt das Wasser nur langsam in die tiefen Bodenschichten einsickern. Das durch den Boden gefilterte Wasser dient den Menschen als hervorragendes Trinkwasser. Durch sein großes Wasserspeichervermögen verzögert der Waldboden den Wasserabfluss und schützt uns so wirkungsvoll vor Hochwassergefahren.
Zudem versorgt der Boden die Bäume und Sträucher über ihre Wurzeln mit Nährstoffen, Luft und Wasser und gewährt ihnen eine Verankerungsmöglichkeit. Der Waldboden speichert über 100 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar.
Schon gewusst?! In einer Handvoll Waldboden tummeln sich so viele Lebewesen, wie es Menschen auf der Erde gibt.
Am linken Wegesrand stand eine mächtige Buche. Diese ist leider schon lange tot, geblieben ist der Stumpf. Der Unterschied zum Stamm an Station 8 ist deutlich erkennbar.
Warum gehört zu einem lebenden Baum auch der Tod dazu?
Tod ist Leben. Was sich paradox anhört, löst sich auf, sobald man genauer hinschaut. In dem alten, längst abgestorbenen Baum, in dem verrottenden Stamm, der da am Wegesrand steht, pulsiert es regelrecht. In dem Pflanzenkadaver haben sich unzählige Arten zusammengefunden. Es ist eine morbide WG unterschiedlichster Organismen, die alle letztendlich ein Ziel vereint: die Nährstoffe, die der Baum im Laufe seines Lebens gebunden hat. Dafür hat jeder Organismus seine Nische besetzt: Pilze zersetzen das alte Holz, Insekten fressen Gänge in die Jahrringe und werden nicht selten selber gefressen, von Vögeln etwa. Und schließlich finden sich an Totholz auch Spechte, Eulen, Fledermäuse, Marder – sie alle leben im und vom Verblichenen.
Sollte es immer noch Menschen geben, die den Klimawandel und dessen verheerende Folgen für unsere Natur leugnen, dann nehmen Sie diese mit, auf eine Entdeckungstour durch den Irtenberger Wald. Was fällt Ihnen auf, wenn Sie die Kronen dieser starken und imposanten Buchen einmal genauer betrachten?
Sie sehen richtig: Absterbende Kronenteile, abplatzende Rinde und stehendes Totholz prägt das Landschaftsbild dieser Station. Aber woher kommt das?
Im Frühjahr treiben die Buchen ihr frisches Laub aus, fällt allerdings im Sommer zu wenig Regen, vertrocknen diese. Durch das schütter werdende Kronendach, welches die Stämme vor Sonneneinstrahlung schützt, entsteht anschließend ein sogenannter Sonnenbrand. Ähnlich wie bei uns Menschen, schält sich dann die Haut (bzw. hier die Rinde). Es entstehen Eingangspforten für zahlreiche Pilze und Insekten, die den Baum weiter schwächen und zum Absterben bringen können.
Doch so schnell gibt sich die Buche nicht geschlagen! Sie hat noch ein Ass im Ärmel. Viele der kranken Buchen versuchen im mittleren Stammbereich neue Kronen auszubilden und am Leben zu bleiben. Häufig gelingt dies auch. Wir Forstleute sprechen hierbei von sogenannten Sekundärkronen.
Warum diese wilden Waldbilder zugleich eine Chance für unsere Natur darstellt, erfahren Sie an der nächsten Station.
Dass der Tod und das Leben zwei ineinandergreifende Zahnräder sind, wird uns an dieser Station wieder einmal klar. Es ist verständlich, wenn Sie das momentane Waldbild mit einem weinenden Auge betrachten. Schließlich sterben hier, auf ziemlich großer Fläche, 200 Jahre alte Buchen einfach so ab. Dennoch ergibt sich durch diese Ausgangslage eine große Chance für die Natur und Artenvielfalt im Irtenberger Wald. Wie Sie an der Totholz-Station erfahren haben, wird das Totholz von zahlreichen Arten wie Insekten, Pilzen und Vögeln dankend angenommen und bietet diesen einen neuen Lebensraum.Die hier entstehenden enormen Menge an Totholz und Biotopbäumen und bieten Lebensraum für echte Spezialisten und seltene Arten. Auch in der Pflanzenwelt am Boden tut sich einiges. Sehen Sie genau hin und Sie können viele neue Baum- und Straucharten erblicken, welche durch das aufgelockerte Kronendach plötzlich ausreichend Licht zum Wachsen zur Verfügung haben.
Neben anderen Beutegreifern wie Luchs und Wolf hält auch ein Räuber auf samtenen Pfoten wieder Einzug in Bayern: die Wildkatze (Felis silvetris). Ähnlich wie der Wolf wurde die Wildkatze vom Menschen als Konkurrenz betrachtet und fast ausgerottet. Seit einigen Jahren schleicht der kleine Räuber, auf der Jagd nach Mäusen, wieder durch unsere Wälder. In naturnah bewirtschafteten Forsten und besonders auch im Naturwald findet die Wildkatze ihren Lebensraum.
Die Wildkatze ähnelt optisch so stark einer getigerten Hauskatze, dass selbst Experten die sichere Unterscheidung anhand der äußerlichen Merkmale schwerfällt. Generell wirken Wildkatzen durch ihr längeres Fell kräftiger als Hauskatzen. Das wohl auffälligste Merkmal jedoch ist ein lang wirkender, buschiger Schwanz mit wenigen, deutlich voneinander abgesetzten, geschlossenen Ringen und einem stumpfen, schwarzen Ende.
Selbst die wildesten Räuber haben eine Schwäche: Baldrian. Diese Leidenschaft macht man sich auch beim Wildkatzenmonitoring zu Nutze. Das Monitoring erfolgt mithilfe von präparierten Lockstöcken. Dazu werden vom Forstbetrieb raue Holzstöcke aufgestellt und mit Baldrian besprüht. Bei den duftenden Lockstöcken wird sogar die sonst so heimliche und scheue Wildkatze ganz anschmiegsam. Sie reibt sich ausgiebig an dem Stock und hinterlässt dabei Haare. Von den Lockstöcken abgesammelte Haare werden im Labor genetisch analysiert.
Denn nur so kann man eindeutig feststellen, ob es sich um Hauskatzen- oder Wildkatzenhaare handelt.
Obwohl sich all unsere heimischen Fledermäuse von Insekten wie Schnaken, Falter und Käfer ernähren, werden sie im Volksmund auch gerne als „blutsaugende Vampire“ bezeichnet. Doch woher kommt dieses Vorurteil? Liegt es an ihren scharfen Eckzähnen, ihrer Scheu vor Tageslicht oder einfach nur an unserer menschlichen Fantasie für das Unbekannte. In Wahrheit haben diese Tiere ein komplexes, bisher nur teilweise erforschtes Sozialverhalten. Schon von über 50 Millionen Jahren eroberten die Fledermäuse den Luftraum. Durch die nachtaktive Lebensweise entgingen sie der Nahrungskonkurrenz durch die Vögel. In der Dunkelheit fanden sie eine Möglichkeit sich zu orientieren und Beute zu finden. Ultraschall und Echolot war die Lösung der Evolution. 24 unterschiedliche Arten leben in Bayern, die Hälfte davon zählt zu den gefährdeten Arten. Vor allem die Fledermäuse Mitteleuropas sind stark an den Wald gebunden. Hier finden sie sowohl Jagdgebiete als auch Quartiere auf engem Raum nebeneinander. Um vielerorts den Fledermäusen bei ihrer Wohnungssuche unter die Arme zu greifen oder um Ihre Lebensweise besser zu erforschen, werden sogenannte Kastengruppen (mehrere aneinander gereihte Fledermausbrutkästen) errichtet.
In diesen wilden Wäldern, zwischen und über den Baumkronen ist auch bei Einbruch der Nacht ganz schön was los. Doch wer ist hier zu so später Stunde unterwegs? Es sind Mütter auf Jagd….
Doch welche Mutter geht nachts regelmäßig auf die Jagd und lässt ihre Kinder schon mal allein oder in der Obhut der Nachbarin? An die Fledermausweibchen haben Sie bei dieser Frage sicher nicht gedacht. Doch diese Tiere haben ein komplexes, bisher nur teilweise erforschtes Sozialverhalten. Schon vor über 50 Millionen Jahren eroberten die Fledermäuse den Luftraum. Durch die nachtaktive Lebensweise entgingen sie der Nahrungskonkurrenz durch die Vögel. Um sich in der Dunkelheit zu orientieren und Beute zu machen, waren Ultraschall und Echoortung die Lösung der Evolution.
24 unterschiedliche Arten leben in Bayern, die Hälfte davon zählt zu den gefährdeten Arten. Viele Fledermausarten benötigen Waldstrukturen z. B. für den Bezug ihrer Sommerquartiere sowie für die Jagd auf Insekten.
Winterquartiere
Während ihres Winterschlafs, der bis zu fünf Monate dauern kann, benötigen Fledermäuse feuchte, frostfreie, ungestörte Plätze, wie natürliche Höhlen, Felsenkeller oder Dachböden. Um dorthin zu kommen, nehmen sie sogar Flugdistanzen von mehreren hundert Kilometern auf sich. Um Energie zu sparen, senken die Tiere im Winterquartier ihre Körpertemperatur bis auf ca. 5 Grad ab, Herzschlag und Atemfrequenz verlangsamen sich und der Stoffwechsel wird stark reduziert.
Fast Geschafft! Hier auf den letzten Metern möchten wir nochmal Ihren Blick auf den Waldbestand rechts des Weges lenken. Dieser ist strukturreich, schön und wird sicher noch viele Jahrzehnte bestehen bleiben.





















